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Ein Kunstprojekt in der Montessori Grundschule Wedemark!

Samstag, 16. Juli 2016 - 12:50 Uhr

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„Kinder zeichnen und malen meist lustvoll und aus eigenem Antrieb. Dies hat entwicklungspsychologische Ursachen: Kinder verarbeiten, ordnen und strukturieren ihre Erlebnisse bildnerisch. Gestalten bedeutet, Ereignisse deutlich verlangsamt zu verarbeiten. Eine Szene muss in einzelne Abschnitte gegliedert auf Papier gebracht werden. Dadurch wird der Verarbeitungsprozess intensiviert. Innere Welten, über die sonst nicht gesprochen wird, können so kommuniziert werden. Gestalten heißt auch, bildnerisch in Dialog zu treten, eine Brücke von innen nach außen zu bauen, etwas hervorzubringen, das als Gegenüber kommunizierbar wird. Zugleich werden beim bildnerischen Tun aktiv innere Bilder und Fantasien entwickelt. Dies ist besonders wichtig, weil das Vorstellungsvermögen durch den alltäglichen Medienkonsum geschwächt wird. Denn die schnellen Medienbilder müssen passiv verfolgt werden, um sie zu verstehen, womit das eigene Imaginieren – wie beim Lesen, Träumen, Spielen, Bilder anschauen usw. – verloren geht. Das Sprechen über Bilder und Kunstwerke erlaubt Sinn zu stiften und fördert die Sprachentwicklung. Kunst macht Mut, unkonventionelle Lösungen zu entwickeln und Risikobereitschaft im Experimentieren zu zeigen. Werden Kreativität und Imaginationskraft gefördert, wächst der Ideenreichtum, flexibles Denken wird ausgebildet. Anstrengung und Ausdauer beim Herstellen eines Bildes vermitteln Kompetenzgefühle. Ist ein Werk vollbracht, stellen sich Stolz und Selbstbewusstsein ein. Deshalb: Kinder brauchen Kunst!“

Prof. Dr. Constanze Kirchner, Lehrstuhlinhaberin für Kunstpädagogik, Uni Augsburg

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Im Frühjahr 2016 habe ich an der Montessori-Grundschule in Bissendorf  (Wedemark) ein Versprechen eingelöst: 4tklässler der Schule hatten im Herbst 2015 mit großartigen Beiträgen die Vernissage meiner Ausstellung im Rathaus in Mellendorf bravourös bestritten. Als Dankeschön habe ich zugesagt, mit ihnen in ihrer Schule ein Kunstprojekt durchzuführen.

In 4 doppelstündigen Sitzungen haben wir (ALLE 44 Schülerinnen und Schüler und ich) uns zunächst erprobend, aber mutig der Gestaltung von quadratischen Bildern genähert und dabei alle möglichen Künstler, Kunstwerke und Bilder zu Rate gezogen. Schon nach der 2. Sitzung waren die Wände des Kunstraumes voller zauberhafter Werke, die die Kinder mit offensichtlicher Freude und Spaß an der Sache, aber nicht weniger ernsthaft und geduldig produzierten.

Am 2. Mai haben wir dann alle gemeinsam, die ganze Schule, mit ungeheuer kreativer Energie und wirklich zauberhafter Atmosphäre viele quadratische Keilrahmen bemalt und zu einem großen Gemeinschaftsbild zusammengefügt. Dies soll regelmäßig durch hinzukommende Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte auf dem Laufenden gehalten werden und ein bunter Spiegel der Schule und ihrer gestalterischen Kraft werden, sein und bleiben.

Danke.
Bernd Steinkamp

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